Facharzt für Psychotherapeutische Medizin - Psychotherapie

Weitsicht

Weitsicht



Stein auf Stein

stein



Zuflucht

zuflucht



Freiheit

Fest sind die Fesseln

Fest sind die Fesseln
und stark die Schmerzen meines Herzens,
wenn ich versuche sie zu brechen.

Freiheit ist alles was ich will;
doch darauf zu hoffen,
erfüllt mich mit Scham.

Ich bin sicher,
dass unschätzbarer Reichtum Dein eigen
und Du mein bester Freund bist,
aber ich habe nicht den Mut,
den Flitter zu vertreiben,
der meinen Raum ausfüllt.

Das Gewand, das mich bedeckt,
ist ein Staub- und Leichentuch;
ich hasse es, doch halte ich es liebend fest.

Meine Schulden und Fehler sind groß,
meine Schande versteckt und schwer;
doch wenn ich um mein Heil bitte,
zittere ich vor Furcht,
dass mein Gebet erhört werden möge.

Rabindranath Tagore

freiheit



Verwurzelt

Verwurzelt



Königreich 1

Königreich 1



Königreich 2

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Königreich 3

Königreich 3



Spiegelung 1

Spiegelung 1



Spiegelung 2

Spiegelung 2



Unterwegs 1

Unterwegs 1



Unterwegs 2

Unterwegs 2



Unterwegs 3

Unterwegs 3



God is Great

God is Great



Resurrectio

Flut, die in Nebeln steigt, Flut die versinkt.
O Glück: das große Wasser, das mein Leben überschwemmte,
sinkt, ertrinkt.
Schon wollen Hügel vor. Schon bricht gesänftigt aus geklärten
Strudeln Fels und Land.
Bald wehen Birkenwimpel über windgesträhltem Strand.
O langes Dunkel. Stumme Fahrten zwischen Wolke, Nacht
und Meer.
Nun wird die Erde neu. Neu gibt der Himmel aller Formen
zarten Umriß her.
Herzlicht von Sonne, das sich noch auf gelben Wellen bäumt -
Bald kommt die Stunde, wo dein Gold in grünen Frühlingsmulden
schäumt -
Schon tanzt im Feuerbogen, den der Morgen übern Himmel schlägt,
die Taube, die im Mund das Ölblatt der Verheißung trägt.

Ernst Stadler

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Himmel und Hölle

Ein grosser, harter Samurai ging einmal einen kleinen Mönch besuchen. “Mönch”, sagte er in einem Ton, der sofortigen Gehorsam gewohnt ist, “lehre mich etwas über Himmel und Hölle!”. Der Mönch sah zu dem mächtigen Krieger auf und entgegnete voller Verachtung: “Dich etwas über Himmel und Hölle lehren? Überhaupt nichts kann ich dich lehren. Du bist schmutzig. Du stinkst. Deine Klinge ist rostig. Du bist eine Scham und Schande für die Klasse der Samurais. Geh mir aus den Augen. Ich kann dich nicht ertragen.” Der Samurai war wütend. Er zitterte, wurde ganz rot im Gesicht, war sprachlos vor Wut. Er zog sein Schwert und hob es in die Höhe, um den Mönch damit zu erschlagen. “Das ist die Hölle”, sagte der Mönch sanft. Der Samurai war überwältigt. Das Mitgefühl und die Ergebenheit dieses kleinen Mannes, der sein Leben hergab, um ihm diese Lehre zu geben und ihm die Hölle zu zeigen! Langsam senkte er sein Schwert, erfüllt von Dankbarkeit und plötzlichem Frieden. “Und das ist der Himmel”, sagte der Mönch sanft.



Die Flamme

Ob du tanzen gehst in Tand und Plunder,
Ob dein Herz sich wund in Sorgen müht,
Täglich neu erfährst du doch das Wunder,
Daß des Lebens Flamme in dir glüht.

Mancher läßt sie lodern und verprassen,
Trunken im verzückten Augenblick.
Andre geben sorglich und gelassen
Kind und Enkeln weiter ihr Geschick.

Doch verloren sind nur dessen Tage,
Den sein Weg durch dumpfe Dämmrung führt,
Der sich sättigt in des Tages Plage
Und des Lebens Flamme niemals spürt.

Hermann Hesse



Geduld

Man muß den Dingen die eigene,
stille, ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist ausgetragen -
und dann gebären…

Reifen wie ein Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
daß dahinter kein Sommer kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit…

Man muß Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen,
die Fragen selber lieb zu haben
und wie Bücher,
die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum,
alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke



Fordere viel

Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen, so bleibt dir mancher Ärger erspart.

Konfuzius



Langsamkeit

Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen, fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben.

Chinesisches Sprichwort



Unverzagt

An sich

Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren,
weich keinem Glücke nicht, steh’ höher als der Neid,
vergnüge dich an dir und acht’ es für kein Leid,
hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen!

Was dich betrübt und labt, halt’ alles für erkoren,
nimm dein Verlangen an, laß alles unbereut,
tu was getan muß sein und eh man dir’s gebeut!
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke
ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an:
Dies alles ist in dir - laß deinen eitlen Wahn

und eh du förder gehst, so geh in dich zurücke!
Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,
dem ist die weite Welt und alles untertan.

Paul Fleming, 1641